10.5.-13.5.2018: Ausstellung und Workshops auf der Tagung von Origami-Deutschland


Leider konnte ich zur OD-Tagung nur am Donnerstag und am Sonntag anwesend sein. Und doch fanden die gefalteten Teebeutel ein so großes Echo, dass ich bereits am Donnerstag um 20 Uhr gleichzeitig an zwei Tischen den Origami-Teebeutel "Tong-Bao" mit seiner Schachtel unterrichtete. Am Sonntag dann gab ich den Workshop im letztmöglichen Slot vor Tagungsschluss. Obwohl gefühlt die Hälfte der Falter*innen bereits abgereist war, mein Workshop war sehr gut besucht. Allen Interessent*innen im Nachhinein meinen herzlichen Dank.


Für den Teebeutel "Tong-Bao" stelle ich Euch das Faltmuster zur Verfügung:


Das farbige PDF in Größe DIN-A4 mit 150dpi kann hier von Dropbox heruntergeladen werden.
Im PDF steht auch, welches Filtermaterial ihr benötigt, und wo ihr es bekommt.

Wer für die Familie, Freunde, Bekanne oder Fremde faltet, den bitte ich, Einmalhandschuhe zu verwenden - ihr wisst schon: Hygiene. Sensitive Einmalhandschuhe sind mittlerweile in jedem Lebensmittel-Discounter erhältlich.

2.4.-6.5.2018: Ausstellungskonzept und -vorbereitung

Wie im ersten Eintrag dieses Blogs angekündigt: Ich stelle die erfolgreich aus dem Testbrühen hervorgegangenen Origami-Teebeutel (vier Typen) und drei passende Schachteln (für zwei Typen) auf der Origami-Deutschland-Tagung in Erkner aus; 10.5.-13.5.2018.
Wer gerne die Schachteln und Teebeutel mit mir im großen Saal falten möchte: Alle Spezialmaterialien (u.a. Filterpapier und Overheadfolie) sowie Zutaten (Tee) bringe ich in ausreichender Menge mit.

Mit sechs Monaten Abstand zur Entwurfs- und Testphase habe ich gerade die Aprilwochen für das Ausstellungskonzept, die Finalisierung der Teebeutelschachtelentwürfe und die Ausstellungsvorbereitung verwendet. Nachfolgend seht ihr den geplanten Ausstellungsaufbau:


Eine Teebeutelschachtel stelle ich für die Teebeutel vom Typ „Tong-Bao“ und zwei Schachteltypen für die Teebeutel vom Typ „Fudschi“ aus.

4.12. – 10.12.2017: Entwürfe der Dreieckschachtel für Teebeutel "Fudschi"

Im Blog-Eintrag vom 21.8.– 27.8.2017 "Origami-Schachteln – Ideen und Entwürfe" stellte ich die Skizze für eine Dreieckschachtel ein. Nun erst war in meinem Kopf die Idee soweit gereift, dass ich das Entwurfsmuster in einem Zug aus dem Kopf heraus ins Papier falten konnte. Im Foto seht ihr das Ergebnis links hinten stehen.


Die Dreieckschachtel hat zwei identische Seitendeckel. Das zu Grunde liegende gleichschenklige Dreieck wird aus einem Quadrat 24x24 cm über eine Reihe exakter Referenzpunkte vorgefaltet. Die so gewonnene Dreieckform wird vor dem Zusammenfalten ausgeschnitten.
Das Mittelteil (20x20cm) wird in beide Seitendeckel in dem Moment eingefaltet, wenn bei den Seitendeckeln die schmalen Seitenwände aufrichtet werden. Das hält die Schachtel gut zusammen, und ich komme ohne Kleben aus.

Bei der Entwurfsvariante im Foto rechts legte ich den Mittelteil so, dass alle drei Ecken der beiden Seitendeckel exakt auf dem selben Abstand gehalten werden. Das bewährt sich, wenn ich für die Schachtel keinen Karton verwende sondern Kraftpapier.

Für die Klarsichthülle schnitt ich eine Overhead-Folie zurecht. Das stabilisiert beide Dreieckschachteln aus Kraftpapier im geschlossenen Zustand enorm. (An der Basis überlappt sich die Overhead-Folie und wird mit Klebeband zusammengehalten.)

9.10. – 15.10.2017: Zweite Testrunde mit den Origami-Teebeuteln der 2. Staffel

Nach dem Herbsturlaub fand ich nicht sofort die Muße für das Testbrühen der Origami-Teebeutel aus der 2. Staffel. Als ich dann soweit war, wollte meine Tochter mit dabei sein und die Fotos für das Fotoprotokoll schießen. Hier nun, wesentlich später als angekündigt,  die Testergebnisse.

Schon einmal vorweg das erste Ergebnis: Die verwendeten Verschlussfaltungen an allen 4 Modellen halten nicht nur im trockenen Zustand sondern auch beim Brühen, Schwenken und Ausdrücken der Teebeutel.

Als ersten Teebeutel brühten wir den Stierkopf auf. Das Fotoprotokoll zeigt sehr schön, dass ich das Aufschwimmen der Teebeutel verhindern konnte, indem ich zwischen den Tee kleine Glassteinchen mischte:


Die Hörner des Stiers verloren im Wasser sofort ihre Spannkraft und trieben im einfließenden Wasserstrom umher wie Seetang.
Nicht viel anders erging es den Ohren vom Eselskopf-Teebeutel:


Nach dem Brühen lässt der Eselskopf traurig seine langen Ohren hängen. Aber der Teebeutel schwimmt nicht auf weil ... ihr kennt den Trick.
Was wird mit  dem Kabuto-Tebeutel beim Brühen passieren? Hier ist es zu sehen:


Die beiden nach oben gerichteten kurzen Klappen bleiben beim Brühen fast aufrecht stehen und fallen nicht zusammen. Und mit dem Trick, den ihr jetzt kennt, schwimmt auch dieser Teebeutel nicht mehr auf.
Zum Abschluss das Fotoprotokoll vom Brühen des Tong-Bao-Teebeutels:


Mit dem Quellen des Tees entsteht ein  interessantes und schön anzuschauendes dreidimenionales Origami-Objekt. Damit steht für das Weihnachtsfalten mit meiner Tochter das Modell fest; zudem gibt es bereits ein Prototyp für die Teebeutelschachtel (Blog-Eintrag vom  21.8.– 27.8.2017).

Für Kaffeetrinker*innen mit einer Senseo: Der Tong-Bao-Teebeutel erinnert mich an die Kaffee-Pads der Senseo-Kaffeemaschine.
Da ich keine Senseo habe: Wer von Euch hätte Interesse, Lust und Zeit für einen Test?

28.8.-3.9.2017.: Zweite Staffel der Prototypen

Hier sind 4 weitere Origami-Teebeutel, die zweite Staffel von Prototypen für ein Test-Brühen. Der in der letzten Woche vorgestellte Teebeutel „Tong-Bao“ ist auch dabei.


Insbesondere beim Stierkopf-Teebeutel  bin ich gespannt, wie sich die Hörner beim Aufbrühen verhalten werden. Der Stierkopf ist für einen Teebeutel recht komplex und ein 12x12 cm Quadrat, das ich aus einem aufgeschnittenen Cilia-Teebeutel erhielt,  reichte nicht aus. Der befüllte Stierkopf-Teebeutel ist nun mit einem 15x15 cm großen Quadrat gefaltet. Ich benutzte hier erstmals ein Papiermuster des süddeutschen Filterpapierherstellers.

Der Test dieser 4 Teebeutel erfolgt nach meinem Urlaub in der 3. oder 4. Septemberwoche.

21.8.– 27.8.2017: Origami-Schachteln – Ideen und Entwürfe

Origami-Teebeutel als regelrechte Geschenke zu betrachten, darauf brachte mich meine Tochter Paula: „Da kann ich ja jetzt meinen Freundinnen in Origami-Teebeutel abgepackte Teeproben schenken“. Da aber einen einzelnen Teebeutel zu verschenken nicht viel her macht, müssen jetzt noch Origami-Schachteln für ein Set aus 5 bis 10 oder 15 bis 20 Origami-Teebeuteln her.

Wenn ich die Origami-Teebeutel fein säuberlich aufgereiht in einer Origami-Verpackung haben will, dann eigenen sich vorwiegend geometrische Teebeutelformen.  Ich wählte daher den Teebeutel „Tong-Bao“ und den Teebeutel „Fudschi“ für erste Entwürfe aus.  Den letzteren kennt ihr schon aus der ersten Brüh-Testreihe. Dieser Teebeutel ruft nach einer dreieckigen Verpackung. Ich will dabei aber, dass die Teebeutel aufrecht stehen. So sieht mein Entwurf aus:


Die Schachtel soll modular werden: 2 Seitenteile, eine Wanne und die Klarsichthülle. Die Dreiecke der Seitenteile sind nicht gleichseitig sondern gleichschenklig. Ich werde mir das vorher mit Zirkel und Lineal auf Papier konstruieren.

Und das ist bereits der Prototyp einer 8-eckigen Schachtel für den Tong-Bao-Teebeutel.


Der achteckige Tong-Bao-Teebeutel Prototyp ist ohne Aufhängung und darf später waagerecht schwimmen oder schweben. Damit ist zumindest für diesen Teebeutel das Problem des Aufschwimmens und Waagerechtlegens "gelöst". Der Brüh-Test für ihn steht aber noch aus.


31.7. – 6.8.2017: Erste Testrunde

Meine Tochter, die mir im letzten Jahr schon bei der Konfektionierung der Origami-Ohrringe aus Silber geholfen hatte, war von den Teebeutel-Prototypen begeistert. Sie wollte unbedingt selbst einige meiner Entwürfe als Prototyp falten, brühen und fotografieren. So ist die folgende Fotodokumentation ein gemeinsames Werk.






Die Fotos sprechen für sich selbst. Die verwendeten Verschlussfaltungen halten nicht nur im trockenen Zustand sondern auch beim Brühen, Schwenken und Ausdrücken der Teebeutel. Ein Problem bereitet noch das Aufschwimmen der Origami-Teebeutel und das Aufweichen von hochstehenden Klappen am Modell (Schwanz vom historischen Fisch).

24.7. – 30.7.2017: Erste Prototypen

Am Ende der ersten Projektwoche hatte ich 10 funktionell taugliche Entwürfe: 6 Tierformen und 4 geometrische Formen. Jetzt begann ich exemplarisch 6 Modelle mit Teefilterpapier zu falten und wiederum mit Ostfriesentee zu befüllen. Das historische Fischmodell führte ich ebenfalls in Teefilterpapier aus. Dieses und die 3 im Foto abgebildeten Prototypen bestimmte ich für das erste Test-Brühen in der 3. Projektwoche.



Vom süddeutschen Teefilterpapierhersteller sind Papiermuster eingetroffen. Die verfalte ich erst einmal nicht. Die Prototypen für die erste Testrunde können noch mit dem Zuschnitt aus CILIA-Teebeuteln geschehen.

17.7. - 23.7.2017: Erste Entwürfe

Als erstes benötigte ich natürlich Test-Modelle. Um mich einzustimmen faltete ich mit Origamipapier 24x24 cm die traditionelle Taube und einem historischen Fisch (Serviettenfaltung), den ich durch Joan Sallas kennengelernt hatte.


Dann begann ich mit meinen eigenen Entwicklungen. Es sollten Tierformen und geometrische Formen sein. Als erstes modifizierte ich den historischen Fisch.


Den Entwurf setzte ich dann als Prototyp mit Teefilterpapier um. Dazu schnitt ich konfektionierte Teefilterbeutel von CILIA (Größe M) auseinander. Das fertig geschnittene Quadrat hat eine unschöne Rändel-Naht. „Da sollte vielleicht ich später einen Anbieter für Teefilterpapier suchen“.


Den fertigen Fisch-Teebeutel befüllte ich mit Ostfriesentee und hatte meinen ersten Fehlversuch: die feinen Teekrümel krochen aus dem Origami-Fisch.


Mit dieser Erfahrung wanderten von weiteren 19 Origami-Teebeutel-Entwürfen nochmals 9 als Fehlentwicklung in den Papierkorb, da ich nun abschätzen konnte, dass diese genauso undicht sein würden.

Der Fisch-Teebeutel-Prototyp zeigte mir auch, dass ich für meine komplexeren Modelle größere Teefilterpapiere benötige. „Nun muss ich wirklich einen Anbieter für Teefilterpapier finden.“

Freitag, Recherche nach dem Teefilterpapier: Der erste einstündige Anlauf am Vorabend war erfolglos, ständig landete ich auf Internetseiten mit Anbietern von Kaffeefilterpapierherstellern. „Wird in Deutschland nicht genügend Tee getrunken, dass sich hier die Teefilterproduktion lohnt?“. Am Freitagvormittag fand ich zuerst einen Teebeutel-Hersteller, der in mir einen Konkurrenten befürchtete und mir nicht seine Bezugsquelle preisgeben wollte. Dann fand ich einen Anbieter in Schweden, aber: „Bevor ich mich mit meinem schlechten Englisch dort versuche, suche ich lieber noch weiter“. Endlich fand ich einen Anbieter aus Süddeutschland.


10.7. - 16.7.2017: Die Idee

Die traditionelle Taube, gefaltet und gefüllt mit Tee, flattert vergnüglich im randvollen Teeglas.  Diese Fotomontage postete im August 2009 die russische Grafikerin Natalia Ponomareva bei RUSSIANCREATORS und wenig später bei LOVELY PACKAGE, dann bei THE LUXURY SPOT (http://www.theluxuryspot.com/decor-spotting-origami-tea-bags/). Es war eine Konzeptstudie für Origami-Teebeutel mit Desinger-Teeschachtel und Teebeutelhülle auf der das Faltmuster der Taube gedruckt ist.


Als physikalische, technische und kunsthandwerkliche Herausforderung hat mich diese Idee ebenfalls begeistert. Mir war nämlich schnell klar, dass erstens die Faltung der traditionellen Taube für einen Origami-Teebeutel ungeeignet ist und zweitens ein Teebeutel nicht einfach so schwebt, wie die Fotomontage es suggeriert.

Wie also muss ein Origami-Teebeutel beschaffen sein, damit er als Teebeutel funktioniert und auch noch dekorativ senkrecht im Tee schwebt? Welche Richtlinien für die Modellentwicklung ergeben sich daraus? Was ist bei der Konfektionierung der Origami-Teebeutel zu berücksichtigen?

Ich will dieses kleine Projekt bis zum Origamitreffen 2018 in Erkner vorantreiben und dort vor- und ausstellen.
Erstellt mit Mozello - dem schnellsten Weg zu Ihrer Website.

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